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Neue
Internet-Werbeformen mit Flash *
von Daniel Schulthess, :: subwave.com
internet, Zürich
Das Internet ist
in den letzten Monaten allgegenwärtig geworden. Es beeinflusst die
Bilderwelten von TV und Printmedien auf augenfällige Art und Weise.
Beipiele für diesen Stil der Informationsvermittlung gibt es zuhauf,
sehr oft trifft man in letzter Zeit auf Graphiken und Filme, die
offensichtlich mit Macromedias Flash erstellt wurden ; jüngstes die
'special' Kampagne der Swissair (eine einfache Flashanimation mit
Sound). Die vorbeiziehenden Programmfenster im ZDF sind eine
Interpretation von yugop.com's Navigation, MTV (Avantgardistisch in
Sachen Design und Grafik schon immer) bringt den ganzen Tag
verschiedenste Trailers die 3dimensional animiert, in Flash erstellt
wurden.
Umgekehrt
scheint in Sachen Internet-Werbung niemand etwas vom
Erfahrungsschatz anderer Medien wissen zu wollen; man bleibt
konservativ und stur auf Konzepten der ersten Stunde, so als wäre
Plakatwerbung die einzig erfolgreiche Variante. Alles was zählt und
bezahlt wir ist Quantität (Views, Klicks), die Qualität (Graphik,
Konzept, Witz, Idee) bleibt meist gänzlich unbeachtet.
Das Werbebanner
als animiertes GIF blinkt monoton und dumb von einem Grossteil der
Pages aller Auftritte im www entgegen. Der Verdacht, dass diese
allgegenwärtigen Streifen im Format 468 x 60, in ihrer Aussage meist
in einem reisserischen, durchschaubaren Slogan beschränkt,
vielleicht sogar mehr Schaden anrichten als dass sie Nutzen
erbringen, erhärtet sich langsam, zumindest in einigen Fällen. Der
User wird auf jeden Fall abgelenkt, von seinem Vorhaben, Information
zu irgendeinem Thema zu finden. Und unnötige Wartezeit (Warten auf
den Banner-Server) wird erzeugt. Die eigentlichen 'Internet-Surfer'
dürften allmählich die Minderzahl ausmachen. Und dass jemand, der
sich ziellos dem Bilderrausch aussetzt gerade zum Zielpublikum einer
Bannerkampage zählt, wäre wohl eher die Ausnahme.
Beim
Banner-Exchange swissbanner.net gibt es für
den eingetragenen Teilnehmer ausführliche Statistiken über
Einblendungen und Klickraten. Mit einem 'durchschnittlichen'
(Design/Angebot) Banner erreicht man im Schnitt etwa 1 Klick pro 300
Einblendungen (Nicht Zielgruppen orientiert geschaltet).Der Einbezug
der Erfahrung (in unserem Fall ein OnlineShop für Uhren,
international), dass nur jeder 100. Besucher einer Site im Endeffekt
auch einen Kauf tätigt, zeigt eine hochgradige Ineffizienz des
simplen AnimGIFs. Da hilft es auch nicht, hohe Klickraten zu
erschwindeln, mit einer gefälschten Systemmmeldung à la ' Ihre
Festplatte wird jetzt nach Raubkopien durchsucht, Fortschrittsbalken
20% , 40% , 80% ... der Abbruch-Button erzeugt den Klick' oder dem
fast noch dämlicheren 'Fang-Den-Webbie und gewinne', welcher
offenbar immer noch in der Lage ist, zahlreiche User zu fesseln. Der
Aerger über den Reinfall bei diesen Banners wird dann wohl kaum im
Online-Kauf eines Zufallsproduktes gipfeln. (Die genannten Banners
sind seit Monaten an der Spitze der Klick-Hitparade bei swissbanner.net).
KONZEPTE sind
gefragt
Wenn man den
Werbebanner als interaktiven (damit ist nicht nur der eine Klick
gemeint), animierten, technisch einwandfreien WerbeScreen
betrachtet, der zahlreiche Formen von Information und Unterhaltung
vermitteln kann und als schillernde Welt in Form eines Sub-Netzwerks
das Internet nicht nur ergänzt, sondern sogar noch unterstützt -
sieht die Sache schon wieder etwas interessanter aus.
Sinnvolle
Konzepte, lassen sich wegen der Beschränktheit der Technik kaum als
herkömmlicher Werbebanner umsetzen. Genausowenig wie sich
Prospektmaterial 1:1 in Websites übertragen lässt kann man den
Onlineteil einer grossen Werbekampagne mit der einfachen GIF - oder
JPEG Komprimierung des Plakates erledigen. Nötig ist eine
interaktive, dynamisch ab Datenbank generierbare, multimediale
Technik mit grosser (Plugin-) Verbreitung und kleiner Datenmenge.
Flash hat sich
als erste und einzige Techik durchgesetzt, warum es andere wie VRML,
Shockwave, Quicktime nicht soweit gebracht haben, bleibe
dahingestellt. In Europa kann heute (Stand 12/2000) 96.4 % der User
Flash3 Inhalte sehen, ohne das Plugin dafür installieren zu müssen.
Der FlashPlayer 4 ist schätzungsweise bei 50%, wird aber bald
ähnlich weit sein. Version 5 ist ganz neu.
Die Vorteile von
Flash
-Weitgehend
freies Design (Farben, Formen, Typograhie, Transparenz, 3D; mit
Zusatzprogrammen). -Ruckelfreie Animation (Allerdings gewisse
Minimalanforderungen an Grafikkarte und Prozessor
nötig) -Integration von Sound ist einfach -Zahlreiche Links
können gesetzt werden, intern zum Aufruf anderer Movies oder extern
ins www. -Formularfelder können integriert werden. -Text/
Zahlen können ab einer Serverdatenbank angezeigt
werden. -Integration ins Webdesign ist viel einfacher, die
Skalierbarkeit von Flash lässt die Frage nach dem Format gar nicht
gross aufkommen. Die Hintergrundfarbe lässt sich auch erst bei der
Plazierung im HTML festlegen und so etwas dem Site-Design
unterstellen.
So ist es jetzt
nicht nur möglich, eine Geschichte auf ansprechbare Art zu erzählen,
sondern es gibt in Zukunft eine Vielzahl neuer Möglichkeiten
:
- 'Microsites'-
oder 'Nanowebs' , die vielfältige Funktionen beinhalten können, zum
Beispiel das Abfragen einer Suchmaschine , das Abonnieren eines
Newsletters, das Anzeigen von Börsenkursen.
- Musik-Videos
als Pre- oder LowBudget Realease in Flash.
- Mit dem
Genarator-Server von Macromedia lassen sich Bannerinhalte
personalisieren und in Sekundenschnelle dynamische Inhalte
erstellen.
Flash ist heute
schon zu einer eigentlichen Ausdrucks- und Kunstform geworden,
Parallelen zur Pop Art zeichnen sich ab und die Art der Formen und
Farben lassen dort auch klar einen Ursprung ahnen.
Auch zur
Tradition der Comic Strips in (amerikanischen) Tageszeitungen gibt
es eine Verwandtschaft - auch hier wird auf kleinem Raum mit
geringem Aufwand auf schelle Weise eine kleine Geschichte oder
Weisheit vermittelt. Schon nur aus diesem Gedanken liesse sich eine
neue Werbeform entwickeln, die unter Umständen einen ähnlichen
Erfolg haben könnte wie etwa das Marketing für den Film 'Blair Witch
Project'. Zum Film 'The Cube' gibt es ein Booklet in Flyer-Format,
welches die Geschichte als Comic teilweise fast vorwegnimmt. In
Flash produziert hätte dieser Flyer im Vorfeld schon ein
Millionenpublikum erreicht.
Diesen tollen
Möglichkeiten wird man in der Schweiz nicht gerecht. Allzuoft und
wird Flash einfach als Dreingabe verwendet, als Intro-animation und
Art-Pour-Art. Die grossen Banneragenturen sind meist immer noch
nicht in der Lage, Flashbanners anzuzeigen, obwohl das Einfügen
nicht schwieriger ist als beim AnimGIF.
Umdenken ist
nötig, um der Internetwerbung vielleicht doch noch einmal zu
besseren Zeiten zu verhelfen. Es muss mehr Budget für Konzept &
Design verwendet werden anstatt einfach nur in die Anzahl
Einblendungen & Klicks.
Zwei
Flashbeispiele von :: subwave.com internet:
Vielbörse...
Business
As Usual
Weitere
Flash-Beispiele unter www.subwave.com/flash.html
* Daniel
Schulthess ist Geschäftsführer von :: subwave.com internet,
Zürich.
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